Freitag, 12. Juni 2015

Seifige Haarwäsche

- oder, warum die Umstellung von Shampoo auf Seife oft zur Katastrophe wird, aber man trotzdem durchhalten sollte...


Grundsätzlich unterscheidet sich die Haarwäsche mit Naturseife doch wesentlich zu der mit herkömmlichen Flüssigshampoos! Es ist nicht einfacher und geht auch nicht schneller, aber ich finde das Ergebnis besser. Leider ist es auch bei Seife manchmal so, dass vielleicht einiges probiert werden muss, um das Richtige für sich zu entdecken. Aber davor ist man auch bei konventionellen Produkten nicht gefeit und sollte man doch mal Seife erwischen, die für die Haare nichts taugt, kann man besagtes Stück - je nach Überfettung (ÜF) und nach Hauttyp - wahrscheinlich trotzdem noch als Dusch- und\oder Gesichtsseife verwenden...

Der erste Unterschied besteht schon bei der Handhabung. Es ist komplett was anderes, ob ich mich mit flüssigem Shampoo oder mit einem festen Stück unter
der Dusche ans Werk mache und am Anfang sicher ungewöhnlich - aber doch irgendwie interessant...

In erster Linie sollte man ungefähr "wissen", welche Haare und Kopfhaut man selber hat und wie es sich mit dem "Nachfetten" verhält. Hier spielt zum einem die ÜF (welche ich in diesem Beitrag etwas erklärt habe) eine Rolle, aber auch die verwendeten Öle in der Seife, sollte man sich etwas genauer ansehen! Hast du eher

*feines und\oder schnell fettendes Haar, solltest du die ÜF fürs erste etwas niedriger wählen (etwa 2 - 4%) und es mit einer Seife versuchen, bei welcher ein hoher Anteil an Kokosöl enthalten ist, aber auch Distelöl und Traubenkernöl sollten nicht fehlen. Ich lese immer wieder von Mädels die es dank der richtigen Seife schaffen, ihren Waschrhythmus von täglich, auf alle drei, oder vier Tage zu verlängern...

oder aber, du plagst dich mit 

*trockener Kopfhaut und\oder sprödem Haar, dann darfs ruhig etwas reichhaltiger werden und dir können 8% ÜF wahrscheinlich auch nicht viel anhaben. Du solltest darauf achten, dass Olivenöl der Hauptbestandteil deiner Seife ist und Kokosöl erst an zweiter oder dritter Stelle der Inhaltsstoffe steht. Kokosöl ist stark reinigende und zufiel des guten wirkt bei manchen austrocknend. Auch Weizenkeim- und Avokadoöl eignen sich gut in "trockenen" Zeiten...

Jojobaöl findet in Haarseifen ebenfalls gern Verwendung und zusätzlich kann man mit ätherischen Ölen die Kopfhaut und deren Talgproduktion beeinflussen bzw. regulieren. Hier eignen sich besonders:

*Lavendel * Melisse * Zitronengras * Ylang Ylang * Rosmarin * Salbei 
* Thymian * Pfefferminze * Zypresse * Eukalyptus oder * Teebaum...

Man sieht, die Möglichkeiten sind schier unendlich und experimentieren ist gefragt...!!! Die eigentliche

Haarwäsche


kann auf verschiedene Arten und Weisen erfolgen. Zu aller erst, und das ist bei jeder Variante nötig, werde  Haare und Kopfhaut ordentlich durchnässt!! Und dann kann man entweder das Stück Seife in den Händen aufschäumen und mit diesem Schaum dann Kopf und Haare einmassieren (so mach ich's), oder man reibt dierekt mit der Seife über Kopf und Haare (funzt bei mir weniger - so bleiben mehr Rückstände in meinen Haaren). Um raus zu finden, welche die bessere Lösung ist, kann man nur probieren und testen. Oft ist es hilfreich, das verwendete Stück Seife ein paar Minuten vorher etwas einzuweichen. Bei Haar- oder Shampooseifen ist Rizinusöl nicht ganz unwichtig, da es ein schaumfördendes Öl ist. Und eine Haarwäsche ohne Schaum ist ja auch irgendwie eigenartig...

Manchmal kann es bei Haarseife sein, dass der gewünschte Traum-Schaum etwas auf sich warten lässt. In diesem Fall immer wieder Wasser drauf und massieren und irgendwann kommt er dann schon...

Da Seife ja recht quitschige Haare macht, bin ich bei der Wäsche recht vorsichtig. Sprich, ich massiere kräftig und ausreichend lang die Kopfhaut und den Ansatz und schäume dann so kräftig auf, dass genügend Schaum vorhanden ist, welchen ich "nur" kräftig in die Längen drücke und knete und dann laaange ausspüle. Da meine Haare gern verfilzen und ich echt keinen Bock hab, aufs entwirren, entknoten und reißen, geb ich schon bei der Wäsche darauf acht, dass da nicht viel passiert!!!

Wie bei normalem Shampoo, kann man auch bei seifigen Haarwäschen Condi's, Kuren oder Ölkuren kombinieren und verwenden. Unter Umständen kann es mal passieren, dass eine Seife mit einer Ölkur nicht fertig wird, weil diese selbst schon hoch überfettet ist, aber jeder Haar ist anders und auch hier kommt man ums testen nicht drum rum...! Was bei Verwendung von Haarseife unerlässlich ist, wäre dann die

Saure Rinse


welche - vor allem - bei sehr hartem Wasser Wunder wirkt! Diese stellt man zB aus einem Liter (abgekochtem) Wasser und einem guten Schuß Essig her, oder man kann auch den Saft einer Zitrone, aber auch Plastikzitrone verwenden. Ich benutze entweder Apfelessig oder Presse eine Zitrone aus, gebe noch einen TL Honig (für die Lockis) hinzu, nehme das Ganze als letzte Spülung und belasse es im Haar. Jeder wie er möchte - kanns auch ausgespült werden...
Bei manchen reicht auch die "eiskalte Rinse", aber, dass allein funktioniert bei mir nicht. Man kann die Rinse auch mit Tees herstellen, wichtig ist nur etwas Säure, welche als " Wasserenthärter" fungiert und zusätzlich die Schuppenschicht schließt, die Haare weich macht und zum glänzen bringt. Benutzt man keine, könnte man Probleme mit "Kalkseife" bekommen, was zumindest optisch nicht so toll aussieht...

Nun kann es aber passieren, dass die Haare eine Phase der

Umstellung


durchmachen. Ich lese immer wieder von Mädels die nach den ersten seifigen Versuchen schreiben, dass die Haare "komisch" aussehen, klätschig, oder überhaupt trocken und kaputt sind... Das ist vor allem dann der Fall, wenn man sich vorher wenig mit Inhaltsstoffen beschäftigt hat und viele Produkte mit Silikonen in Verwendung waren. Diese hatten jahrelang Zeit sich und das Haar zu legen und werden mit Haarseife von mal zu mal immer mehr entfernt. Schlussendlich sieht man dann erst, in welchem Zustand das Haar "darunter" wirklich ist und die "neue Sicht der Dinge", kann erstmal schockierend sein... Genau an diesem Punkt wäre wichtig durchzuhalten. Diese Phase dauert ca. 4 - 6 Wochen, aber auf lange Sicht werden es dir deine Haare danken. Das gleiche passiert übrigens auch beim Umstieg auf Naturkosmetik. Und wenn wirklich etwas ab muss, dann weg mit dem kaputten Teil und dann von vorne, aber diesmal mit gesundem Haar!!! Ich muss gestehen, ich Rede leicht, da mir diese Phase Gott-sei-Dank erspart blieb, da ich schon vor ca. 5 Jahren auf silikonfreie Haarpflege umgestiegen bin! Aber trotzdem:
ob nun Seife oder Naturkosmetik - haltet durch - es lohnt sich!!!




Kommentare:

  1. Deine Locken sehen toll aus *-*. Ich bin ja von silikonhaltigen Shampoos auf silikonfreie umgestiegen und hatte auch erst einmal monatelang noch kein Ergebnis, aber es hieß, man solle durchhalten. Nur gut, denn mittlerweile springen meine Löckchen fast so schön, wie vor einigen Jahren hihi..

    Ganz lieber Gruß ♥

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    1. ...das freut mich zu hören!!! Manchmal sind es doch die kleinen Dinge, die große Veränderungen mit sich bringen...! Silikone & Co sind ganz schöne Teufel und beschweren Locken auf die Dauer recht ordentlich! Ich hatte vor meinen Umstieg auch nur mehr seltsame Flusen am Kopf. Doch auch Haarbürsten halte ich für gefährlich ;))) - ein grober Kamm ist bei mir 1000 mal besser. Einfach in der Anwendung, aber groß in der Wirkung ist für mich stinknormales Kokosöl. Nach der Wäsche ein wenig in die feuchten Längen kneten, hilft den Locken ordentlich auf die Sprünge. Nur nicht zuviel, sonst musste noch mal waschen gehen. Aber bei kleiner Dosierung im nassen Haar zieht das Öl beim trocknen komplett weg... Falls du das noch nicht probiert hast, ist es einen Versuch wert. Vielleicht lässt du mich dann wissen, wies bei dir funktioniert hat... :)) und danke für das Kompliment hüpf hüpf - einziger Nachteil: mit zunehmender Länge hängen sie immer mehr aus :((... glg

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